Die richtige Projektmanagement-Software entscheidet, ob Projekte laufen – oder liegen bleiben
Vier Projektmanagement-Tools im Vergleich: OpenProject für Planung & Struktur, Taiga für Scrum, Planka für modernes Kanban, Wekan für Open-Source-Kanban. Plus: Warum Nextcloud als zentrale Dateiablage Projekte spürbar sauberer macht.
Du kannst noch so gute Ideen haben: Wenn Aufgaben versanden, Absprachen verschwinden und Dateien überall herumliegen, kostet dich das Zeit, Nerven und am Ende Geld. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf Projektmanagement-Tools, die wirklich zu deinem Team passen – statt auf das, was „gerade trendy“ ist.
Ich habe vier starke Lösungen gegenübergestellt, die jeweils eine klare Philosophie mitbringen:
- OpenProject – wenn Planung, Abhängigkeiten und Verbindlichkeit zählen
- Planka – wenn du Kanban modern, schnell und schlank willst
- Wekan – wenn du Kanban konsequent Open Source und unter voller Kontrolle brauchst
- Taiga – wenn Scrum, Backlog und Sprints euer Alltag sind
Und weil Projektarbeit ohne Dokumente nicht funktioniert, gehört ein Thema unbedingt dazu: Dateiablage mit Nextcloud.
Was Teams heute wirklich brauchen
Viele Unternehmen stolpern nicht an der Idee – sondern am Alltag:
- Aufgaben werden in Chats „abgesprochen“ und nie wiedergefunden
- Dateien liegen gleichzeitig in Mail-Anhängen, lokalen Ordnern und irgendwelchen Freigaben
- Verantwortlichkeiten sind unklar
- Projekte laufen parallel – aber niemand sieht den Gesamtstand
- Am Ende heißt es: „Das hatten wir doch besprochen…“
Ein gutes Tool löst nicht „alles“. Aber es schafft etwas Entscheidendes: einen gemeinsamen, verlässlichen Arbeitsraum.
Die Tools im Klartext: Stärken & Schwächen, ohne Marketing-Blabla
OpenProject – der Struktur-Booster für echte Projekte
Stark, wenn du mehr brauchst als Karten schieben:
- Ideal für Projekte mit Terminen, Abhängigkeiten, Meilensteinen
- Gut geeignet für hybride Teams (klassisch + agil)
- Besonders interessant, wenn du Nextcloud sauber einbinden willst – statt Dateien als Anhänge im Tool zu vergraben
Schwäche: Für reine „Task-Listen-Teams“ kann es sich zu groß anfühlen.
Wenn du Verbindlichkeit willst: OpenProject.
Planka – Kanban in modern und schnell
Stark, wenn dein Team sofort loslegen will:
- Sehr schlankes, modernes Kanban
- Ideal für „Flow“-Teams: To Do → Doing → Done
- Gute Wahl, wenn du minimale Hürden und hohe Akzeptanz brauchst
Schwäche: Nextcloud ist eher „über Links/Prozess“ zu lösen statt nativ integriert. Außerdem ist Planka nicht klassisch „Open Source“ im strengen Sinne.
Wenn du Tempo willst: Planka.
Wekan – Open-Source-Kanban ohne Kompromisse
Stark, wenn Freiheit und Kontrolle zählen:
- Kanban pur – einfach, zuverlässig, OSS
- Ideal, wenn Lizenzklarheit und Self-Hosting wichtig sind
- Perfekt für Teams, die bewusst kein „Tool-Monster“ wollen
Schwäche: Keine echte Projektplanung im klassischen Sinn (Gantt, Abhängigkeiten etc.). Nextcloud meist über Links/Regeln.
Wenn du Kontrolle willst: Wekan.
Taiga – wenn Scrum kein Buzzword ist
Stark, wenn ihr agil wirklich lebt:
- Backlog, User Stories, Sprints – sauber abbildbar
- Sehr passend für Produktteams und Entwicklungsprojekte
- Integrationsfähig (API/Automationen), sinnvoll wenn du Prozesse verbinden willst
Schwäche: Wer nur „ein Board“ will, empfindet Taiga manchmal als zu „methodisch“. Nextcloud ist in der Regel Prozess-/Link-basiert statt nativ eingebettet.
Wenn du Scrum willst: Taiga.
Dateiablage mit Nextcloud: Der unterschätzte Erfolgsfaktor
Projektmanagement scheitert oft nicht an Aufgaben – sondern an Dokumenten:
- Spezifikationen
- Angebote
- Protokolle
- Screenshots
- Freigaben
- Versionen
Wenn Nextcloud eure zentrale Dateiablage ist, macht das einen riesigen Unterschied:
- Dateien bleiben dort, wo sie hingehören (geordnet, versioniert, geteilt)
- Das PM-Tool verweist sauber darauf (statt Kopien und „Anhänge-Wildwuchs“)
- Du hältst Datenhoheit und Struktur – unabhängig vom Tool
Kurz gesagt:
👉 Projektmanagement steuert Arbeit. Nextcloud hält Wissen und Dokumente stabil zusammen.
Welche Lösung ist „die beste“?
Die ehrliche Antwort: Die, die dein Team wirklich benutzt.
- Du brauchst Planung, Verbindlichkeit, „Projektmanagement im Sinne von Projektleitung“? → OpenProject
- Du willst Kanban schnell, modern, schlank? → Planka
- Du willst Kanban + echte Open-Source-Freiheit? → Wekan
- Du arbeitest in Sprints mit Backlog und Stories? → Taiga
Zum Schluss: Testen statt raten – im Innovation Lab
Alle vier Tools laufen bei mir im Innovation Lab und können dort realistisch ausprobiert werden – inklusive der Frage, wie gut sie sich mit einer Nextcloud-basierten Dateiablage in der Praxis verbinden lassen.
Kurzfassung: In 60 Sekunden: OpenProject vs. Planka vs. Wekan vs. Taiga
Wenn Projekte in der Praxis stocken, liegt es selten an der Idee – sondern an fehlender Struktur, unklaren Zuständigkeiten und Dateien, die überall verstreut sind. Diese vier Tools lösen unterschiedliche Probleme:
- OpenProject ist die richtige Wahl, wenn du echte Projektplanung brauchst: Abhängigkeiten, Termine, Meilensteine und ein Setup, das auch in größeren Organisationen stabil funktioniert.
- Taiga passt, wenn ihr Scrum wirklich lebt: Backlog, User Stories und Sprints stehen im Zentrum.
- Planka ist perfekt für Teams, die Kanban modern, schnell und schlank wollen – mit hoher Akzeptanz und minimalem Overhead.
- Wekan ist die Option für alle, die Kanban + echtes Open Source wollen und dabei maximale Kontrolle über Betrieb und Daten behalten möchten.
Nextcloud als Dateiablage? Dann gilt: Dokumente gehören in Nextcloud – das PM-Tool sollte darauf sauber verweisen. OpenProject ist hier häufig am „nativsten“ unterwegs, bei Planka/Wekan/Taiga arbeitet man meist über klare Regeln (Links, Ordnerstruktur) und optional Automationen.
Gerd Kopp - gerd@gerds-it.de - Februar 2026